15. Januar 2008

Radverkehr mal ernstgenommen

Läßt sich der Radverkehr fördern ohne das Autofahren einzuschränken? Diese Frage stellt sich, wenn man das aktuelle Bestreben der Hamburger ansieht, die sich so offensichtlich um die Radverkehrsförderung bemühen. Um 18 Prozent soll der Radverkehr gesteigert werden, weniger Unfälle sollen passieren und für das Rad soll geworben werden. Dies sind drei der neun Ziele, die das Fahrradforum formuliert. In diesem Forum sind Mitglieder des ADFC, VCD, ADFC, des Radsportverbandes und des HVV vertreten. Angestoßen hatte das Projekt die hamburger Bürgerschaft.

Tatsächlich wird in den Pressemeldungen und Grundsatzpapieren wenig davon geschrieben, dass eine tatsächliche Verbesserung des Radverkehrs notwendigerweise eine Einschränkung des Autoverkehrs bedeutet. Breite Radwege bedeuten nun mal weniger Platz auf der Straße für Autos. Und genauso läßt sich die Unfallstatistik - vor allem die schwerer Unfälle - spielend reduzieren durch Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Insofern muß, wenn die radpolitischen Orientierung ernstgemeint ist, der Autoverkehr mittel - bis langfristig eingeschränkt werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die einzelnen Verbände dazu verhalten. Hamburg kann da bislang nicht mit besonderem Engagement glänzen und ist eher dafür bekannt, auf starke Lobbyisten zu hören. Und mit dem ADAC ist auch ein solcher im Fahrradforum vetreten.


Infos und Links:

Plan des Forums bis 2015
1.Die Verdoppelung des Radverkehrsanteils auf 18 Prozent aller in Hamburg zurückgelegten Wege
2.Der Ausbau des Hauptroutennetzes
3.Die Instandsetzung benutzungspflichtiger und sonstiger wichtiger Radwege
4.Die Senkung der Unfallzahlen bei steigendem Radverkehrsanteil
5.Die Verbesserung des Fahrradklimas durch Öffentlichkeitsarbeit
6.Eine bessere Verknüpfung von Radverkehr und öffentlichem Verkehr
7.Gute Bedingungen zum Fahrradparken
8.Förderung des Fahrradtourismus
9.Besserer Service rund ums Radfahren

Pressemeldung auf Hamburg.de