29. Juni 2007

Fahrrad und Musik




Wenn Musikgeräte für das Fahrrad entwickelt werden ist das ziemlich uncool. Omis mit Radios aus denen Volksmusik und Schlager tönen sind so die gängige Vorstellung dabei. Die andere viel praktizierte, aber verbotenene Variante ist die, per Kopfhörer Musik zu hören. Möglicherweise gibt es jetzt eine Alternative, die cool und erlaubt ist: Der iH85B ist eine spritzwassergeschützte Dockingstation für den I-Pod, die einen Lautsprecher enthält und wie eine Trinkwasserflasche daherkommt. Die Fernbedienung an den Lenker geklemmt und los gewummert. Wird sicher kein Massenprodukt, ist aber eine lustige Idee.

25. Juni 2007

Radmitnahme in der Bahn

Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Frage: Was macht der Radurlauber, der auch noch umweltfreundlich anreisen möchte. Die Bahn ist da an und für sich unübertroffen. Doch ein großes Interesse an den Radreisenden hat sie nicht. Seit Jahren werden schnelle Fernverkehrsverbindungen via ICE geschaffen, die keine Fahrradabteile haben. Andere Verbindungen bei denen das Fahrrad mitgenommen werden könnte, werden abgeschafft - so geschehen mit dem Interregio. Aktuell geht es dem IC an den Kragen. Alternative ist die Verschickung via Kuriergepäck, die allerdings teuer und umständlich ist.

Vor diesem Hintergrund mutet es merkwürdig an, wenn von der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Bahn gesprochen wird. Wirtschaftlich könnte doch auch ein vernünftiges Fahrradkonzept sein? Leider gibt es keine verbindliche Koordinierungseinrichtung auf Bundesebene. So werden Ressourcen verschenkt und das wichtiges Thema Verkehr an Einzelpersonen delegiert, denen für innovative Ideen die Phantasie fehlt.

Es liegt an den Radfahrerinteressenverbänden Druck aufzubauen. Politikern, wie Tiefensee, oder Unternehmern, wie Mehdorn fehlt die Vision einer modernen Mobilität.



http://www.adfc.de/4480_1

Das es auch anders geht zeigt Belgien:

http://www.adfc.de/756_1&state=Belgien

22. Juni 2007

Ein Leben nach dem Auto

Die ganze Welt ist erobert. Die ganze... nein, da ist ein kleines Dorf in Österreich das erbittert Widerstand leistet.

Ein Leben ohne Auto ist für viele Menschen unvorstellbar. Doch es gibt Therapien. Das Dorf Werfenweng hat sich der sanften Mobilität verschrieben und das Hotel Elisabeth bietet ein Programm "Urlaub vom Auto" an. Wenn diese Form gebucht wird, kommt der Autoschlüssel in den Safe und die Urlauber können Räder und Elektrofahrzeuge kostenlos nutzen. Immerhin wird dann im Urlaub das Auto nicht excessiv genutzt. Aber wird das auch den Alltag dieser Leute verändern?




http://www.hotelelisabeth.at/werfenweng/

Busreisen für den Klimaschutz

Am 21.06.07 lief ein Beitrag im bayrischen Rundfunk in dem der Journalist Tobias
Ranzinger mit einer Busreisegruppe in die Schweiz fuhr. Aufhänger war die aktuelle Klimaschutzdebatte und das Busreisen ein Beitrag für den Umweltschutz wäre. Unbestritten- was die relative Belastung pro Teilnehmer angeht. Tatsächlich aber ist ein Vorurteil bestätigt worden, dass vor allem ältere Herrschaften an solchen Reisen Vergnügen haben. Das Interesse an Umweltthemen ist in dieser Gruppe aber eher gering. Dies wurde auch in dem Beitrag deutlich, wo es vor allem um den Komfort in den Bussen ging. Dass der Reporter - Jahrgang 1968- sich jemals wieder in einen Bus setzen wird, um die Umweltbilanz zu verbessern, war nicht anzunehmen. Schade, dass die Mitglieder der dargestellten Gruppe nicht mehr auf ihre Urlaubsgewohnheiten und ihr Umweltbewußtsein befragt worden sind. Aber möglicherweise lag dass nicht im Interesse des Busreiseveranstalterverbandes, oder?

http://www.br-online.de/land-und-leute/sendungen/lavita/index.xml

20. Juni 2007

Kunst und Stadt und Fahrrad

(Foto: Roman Mensing)


In Münster läuft seit vom 17.06.2007 - 30.09.2007 die Aktion Skulptur Projekte. Künstler gestalten und verteilen Skulpturen über die ganze Stadt. Ziel ist die Kunst, Stadt und Öffentlichkeit in einen Dialog zu bringen. Da die Skulpturen in der ganzen Stadt aufgestellt werden, wird ein Fahrradverleih angeboten.
Informations- und Ausgangspunkt ist das LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte am Domplatz. Fahrradverleih, Tel.: 0178 - 61 67 971 Öffnungszeiten: 10.00-22.00 Mietpreise: ganzer Tag 10 €, vier Stunden 5 €


http://www.skulptur-projekte.de/information/

17. Juni 2007

Radfahren für eine bessere Welt


Sternfahrt in Hamburg 17.06.07 - Ein Bericht



Es ist ein grauer Tag. Die Sonne ist gegen 11:00 noch nicht wirklich zu sehen. Meine Tochter Milena zieht sich vorsorglich schon mal Regenklamotten an. Ich hingegen bin optimistisch. Kaum sind wir dabei zum Tandem zu gehen, da beginnt ein heftiger Regen. Meine Jeans ist nach zwei Minuten durchweicht, das Rauspfriemeln der Regenhose aus dem Rucksack ist total überflüssig. Im Gegenteil, so werden auch noch die Sachen im Rucksack naß. Milena schaut mich mitleidig an. Egal, es kann nur besser werden. Und tatsächlich, der Regen hört auf und ein paar einsame Lichtfenster öffnen sich am Himmel.

An der U-Bahn Haltestelle Osterstraße sammeln sich etwa 50 Leute, die darauf warten endlich loszufahren. Ein Mann Mitte Fünfzig spricht uns gleich auf das Tandem an. Es sieht etwas selbstgebaut aus und reizt daher den Bastler, aber es ist leider nur selbst ersteigert; meine Schrauberkünste beschränken sich auf das Notwendigste wie z.B. Flicken. Ein paar Tipps hat der ältere Herr dann auch noch für mich, wie ein Doppelbremsgriff anzubringen wäre usw.

Endlich geht es los: ein Polizeiauto fährt vorneweg, eins hinterher und zwei Motorräder flankieren unsere kleine Gruppe. Es geht die Osterstraße runter und dann den Eppendorfer Weg entlang Richtung Überseering. Eine Autospur ist für die Radfahrer reserviert, es ist schön die breiten Straßen mal für sich zu haben und sich nicht auf den engen Radwegen, die nur mühsam dem Fußweg abgetrotzt sind, entlangzuquälen.

Der Gegenverkehr fließt weiter. Viele Autofahrer gucken verdutzt und fahren langsamer. Ab und zu brausen die Motorradpolizisten an uns vorbei, um diejenigen unter uns, die auf die Gegenspur kommen, wieder in den Pulk zurückzudrängen. Das wirkt als wären sie Viehtreiber, welche störrische Kühe in die Herde treiben würden. Kleine Cowboyeinlagen gibt es dann später in der Gertigstraße auch noch, als einzelne Polizisten auf dem Radweg verkehrt herum entlangzischen, um nach vorne zu kommen.

An der Ecke Ohlsdorfer Straße / Hindenburgstraße schließt sich eine Gruppe mit Spaßrädern an. Es sind ein tiefliegendes Dreirad und mehrere Räder mit sehr langem Radstand und dicken Reifen dabei. Die Gruppe ist sehr fröhlich und wird mit Hallorufen begrüßt.

Kurz vor der Barmbeker Straße sammeln wir uns auf einem Platz und warteten auf weitere Sternradler. Die Gruppe wird immer größer und ein Mann mit einer gelben Sicherheitsweste versucht sich mit einer kleinen Ansprache. Da er aber weder eine sehr ausgeprägte Stimme, noch ein Megaphon hat, hört nur der engste Umkreis etwas davon. Ein paar Wortfetzen wie " gesund, Kreislauf, Umwelt und Klima" schaffen es immerhin auch zu uns.

Nach etwa 20 Minuten geht es weiter. Wir sind jetzt auf der Barmbeker Straße. Der Kommentar einer schiebenden Radfahrerin - Ende Zwanzig - auf dem Fußweg, die der Gruppe hinterherruft: "Das ist ja dreist, einfach über Rot zu fahren." "Und auch noch unter Polizeischutz" , ist die Ergänzung eines Mitradelgenossen. Wir lachen. Sogar meine Tochter, die sonst sehr auf die Einhaltung von Regeln bedacht ist, hat nicht einmal gemeckert.

Allerdings sind wir ein etwas unübersichtlicher, scheinbar anarchischer Pulk. Es gibt kaum Transparente auf denen Forderungen gestellt werden. Einige Fahrer haben ADFC-Schilder oder Fahnen auf ihren Rädern angebracht. Andere haben gelbe Westen an und achten ein bißchen auf die anderen Fahrer. Ansonsten weiß kaum jemand, der am Rande zuschaute, was hier eigentlich los ist.

"Also irgendwas mir Fahrrad, das ist ja klar." sagt eine Dame um die siebzig, die neugierig mit ihrer Freundin am Straßenrand steht. Als ich sie über die Demo aufkläre, freuen sich die beiden Frauen.

"Das finde ich richtig gut. Fahrräder find ich sowieso klasse."

Ich freue mich, dass diese Damen, die die Wirtschaftwunderjahre mit ihrer Autofixierung erlebt haben, dem Rad so positiv gegenüberstehen. Dann endlich ist der Dammtorbahnhof erreicht. Infostände sind aufgebaut: der ADFC und die Aktion "Mobil ohne Auto" informieren über ihre Aktivitäten. Außerdem nutzen alternative Parteien wie die "Grünen" und "Die Linke" die Gelegenheit potentielle Wähler anzusprechen. Es werden immer mehr Menschen, die auf den Platz strömen. Ein Redner auf einer kleinen provisorischen Bühne prangert die schlechte Verkehrspolitik des hamburger Senats an. Wenn ich mir die vielen Radfahrer so anschaue, wundere ich mich, dass nicht mehr Druck gemacht werden kann.

"Ich brauche kein Auto. Hab noch nichtmal einen Führerschein. Ich empfinde keinen Mangel, aber viele Menschen halten mich manchmal für behindert." sagt eine Frau Mitte vierzig.

Mir scheint, dass ein kleines bißchen Wandel schon stattfindet. Autofahren ist allerdings immer noch zu selbstverständlich. Menschen die es jeden Tag schon seit vielen Jahren benutzen, sind noch zu träge sich umzustellen. Die mächtige Autolobby verstärkt das positive Image und die Politik... naja.

Doch insgesamt muß ich sagen, mir und meiner Tochter und ein paar tausend anderen Menschen hat diese Veranstaltung gefallen: Gezeigt hat sich, dass ein riesiges Potential da ist und Radfahrer die besseren Menschen sind ;-)

In diesem Sinne

Speichen und Felgenbruch


P.S. Ein paar Links

http://fahrradsternfahrt.info/

http://www.mobilohneauto.de/index2.php

12. Juni 2007

Nackte Radler

Am 10.06.07 sind in Mexiko City, Manchester, dem südenglischen Seebad Brighton, York, Southhampton, Amsterdam, Vancouver und Paris tausende Menschen nackt auf ihren Rädern unterwegs gewesen. Ihr Motto: So leicht wie sich Kleider ablegen lassen, so leicht kann die Autofixiertheit abgelegt werden. Schade das in Deutschland keine derartige Aktion stattgefunden hat.

Bilder von der Demo
http://www.stern.de/politik/panorama/590790.html?cp=1

Die Organisation
http://www.worldnakedbikeride.org/